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MelodieDer Begriff Melodie (v. griech.: melos = Lied + odé = Ode) bezeichnet in der Musik
- eine singbare in sich geschlossene Folge von Tönen,
- die Weise bzw. Vertonung eines Liedes und
- ein Hauptthema eines größeren Musikstückes.
Die klassische Musik stellt oft eine oder mehrere thematische Melodie(n) an den Anfang eines Werkes, die dann im weiteren Verlauf verarbeitet werden (motivische Arbeit). Die meisten Tonfolgen, die im allgemeinen Sprachgebrauch Melodie genannt werden, werden in der Musikwissenschaft mit dem Terminus Thema versehen.
Im Jazz bildet die Melodie nach den Harmonien den Ausgangspunkt für die Improvisationen.
Die Sprachwissenschaft kennt 'Melodie' im übertragenen Sinne als die Satzmelodie, die Modulationen der Stimmhöhe während der Äußerung eines Satzes
Siehe auch: Liedtext, Portal:Musik
Kategorie:Musiktheorie
ja:メロディ
Melodie
[griechisch]
eine in sich geschlossene Folge von Tönen, die u. a. durch ihre Harmonik, Rhythmik, Dynamik und ihr Tempo bestimmt wird und an die in der Musiklehre des 18. und 19. Jahrhunderts eine Reihe von Forderungen gestellt wird, wie Überschaubarkeit und Sanglichkeit. Die Melodielehre untersucht daher, von formal-analytischer Betrachtung ausgehend, den gesetzmäßigen Aufbau der bestimmten Regeln unterworfenen Melodie, wobei sie sich der Tatsache bewusst bleibt, dass damit entscheidende Faktoren, die vor allem die Entstehung einer Melodie oder ihre Wirkung auf den Hörer betreffen, auch von anderen Zweigen einer Kompositionslehre beurteilt werden.
Griechische Sprache
Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen.
Siehe: Griko in Italien
Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden.
Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el
bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis
1453) grc.
Geschichte
1453
Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist.
Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert.
Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden.
Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt.
Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus).
Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt.
Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.
Grammatik
Altgriechisch
Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie.
Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen.
Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.
Nominale Wörter
Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
- (allgemeine) Regeln:
- Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
- Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
- Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache.
Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
- echter Akkusativ (direktes Objekt)
- adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
- echter Genitiv (Bereich)
- Separativ (Herkunft)
- Dativ
- echter Dativ (indirektes Objekt)
- Soziativ (Gemeinschaft)
- Instrumental (Mittel)
- Lokativ (Ort, Zeit)
Verben
Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm.
Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt.
Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen)
Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung.
Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens)
Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt.
Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen
Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten).
Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.)
Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung.
Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden.
Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck.
Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint.
In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt.
Der Imperativ drückt einen Befehl aus.
Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt).
Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung.
Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus.
Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn:
Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.)
Beispiele:
Aktiv: er löst (etwas)
transitives Medium: er löst (etwas) für sich
intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen
Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural).
Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.
Neugriechisch (Dimotiki)
Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation.
Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache:
Vokale
geschlossen
halbgeschlossen
offen
Alle Vokale werden kurz ausgesprochen.
laut IPA
Konsonanten
p t k
b d g
v δ z γ
f θ s χ
m n
l
r
Siehe auch
- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen
Literatur
- Geschichte:
- Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
- Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
- Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
- Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
- Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
- Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
- Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
- Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
- Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
- Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992
Weblinks
- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Einzelsprache
als:Griechische Sprache
ja:ギリシア語
ko:그리스어
ms:Bahasa Greek
simple:Greek language
th:ภาษากรีก
Ton (Musik)
Töne sind die Grundelemente der Musik.
Mit dem Begriff Ton wird der Einzelton benannt. Davon abzugrenzen ist der Klang, der aus mehreren Tönen besteht, und das Geräusch, das aus einer Klangfläche besteht.
Basis aller Töne ist der durch eine Frequenz genau definierte Sinuston (nicht zu verwechseln mit dem Primärton) . Ein Instrumentalton, etwa von einer Geige, ist hingegen schon ein kompliziertes Gemisch von dem (gespielten und erklingenden) Grundton und mehreren gleichzeitig erklingenden Obertönen, deren Lautstärke sich zudem während des Spielens eines Tons verändert. Die Lautstärke der einzelnen Obertöne und deren Zeitverhalten ist unter anderem für den charakteristischen Klang eines Instrumentes verantwortlich. Auch die Stimme ist in der Hinsicht ein Instrument; ein gesungener Ton besteht ebenfalls aus dem Grundton und mehreren Obertönen. So genannte Formanten bestimmen in der Stimme die Färbung des Tones.
Die folgenden Parameter lassen sich an einem Ton beschreiben:
- die Tonhöhe lässt sich einerseits als Frequenz in Hertz (Schwingungen pro Sekunde), anderseits in Tonbezeichnungen mit dazugehöriger Angabe des Oktavstreifens ausdrücken; siehe auch Tonleiter
- die Lautstärke oder Tonstärke ist physikalisch als Schwingungsweite (Amplitude des Schalldrucks) zu beschreiben
- die Klangfarbe wird durch die Gewichtung von Teiltönen und Obertönen, die mit dem eigentlichen Ton mitschwingen, bestimmt, sowie von deren zeitlichem Verhalten.
Den Abstand zweier Töne bezeichnet man als Intervall, mehrere gleichzeitig erklingende Töne bilden einen Akkord oder Cluster.
Töne stellt man schriftlich durch ihre Tonnamen nebst Oktavstreifen, graphisch als Noten, dar.
Geschichte des abendländischen Tonsystems
Seit dem 10. Jahrhundert verwendete man zur Bezeichnung der sieben Stammtöne des abendländischen Tonsystems die ersten sieben Buchstaben des lateinischen Alphabets:
:a, b, c, d, e, f, g
Der Ton b spaltete sich später in zwei Teiltöne, einen höheren (b quadratum, eckiges b) und einen tieferen (b rotundum, rundes b). B quadratum wurde später wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Buchstaben h verwechselt (Abschreibfehler eines Mönches im Mittelalter). Mit a als Grundton ergibt sich die Tonart a-Moll, mit c als Grundton die Tonart C-Dur. Da Dur die heute üblichste Tonleiter ist, kennen wir heute im Deutschen die Stammtöne in der Reihenfolge:
:c, d, e, f, g, a, h
Im Englischen heißt dagegen die Note h heute noch b, während die Note b dort als b flat bezeichnet wird. Die international übliche Bezeichnung ist die, die aus dem Englischen kommt. (Was eigentlich auch richtig ist.) Siehe dazu auch anderssprachige Tonbezeichnungen.
Kategorie:Akustik
Lied
Der Begriff Lied (v. althochdt.: liod Gesungenes) bezeichnet ein gesungenes Musikstück, das aus mehreren gleich gebauten gereimten Strophen oder einer auskomponierten variierenden Melodie für jede Strophe besteht. Das Lied stellt die ursprünglichste und schlichteste Form der Lyrik dar. Im Lied findet das menschliche Gefühl in seinen Stimmungen und Beziehungen eine reine und intensive Ausdrucksmöglichkeit.
Ein Lied kann von einem einzelnen Sänger, einem Solisten, einem Ensemble, einem Chor (a cappella) oder von Musikinstrumenten begleitet vorgetragen werden.
Das Lied zeichnet sich durch eine einfache und geschlossene Gliederung aus. Auch Weisen der Ballade oder des Sprechgesangs zählen zur Gattung Lied.
Siehe auch
Liedtext, Liedform, Kunstlied, Volkslied, Schlager, Song, Chanson, Couplet, Musical, Operette, Oratorium (Musik), Oper
Weblinks
- [http://www.musicanet.org/robokopp/Volksong.html Deutschsprachiges Liederverzeichnis] - Sehr umfangreiches Verzeichnis, enthält Choräle, Hymnen, Spirituals, Arbeiter-, Gospel-, Grab-, Jagd-, Kinder-, Kirchen-, Kriegs-, Kunst-, Scherz-, Seemanns-, Trink-, Wander-, Weihnachts- und Volkslieder aus deutschsprachigen Ländern.
- [http://www.activelyrics.com SongTexten]
- [http://www.lyricsquest.com SongTexten Database]
- [http://www.karadar.com Karadar]für Liedtexte, Komponistenbiographien und Opernlibretti in Originalsprache
- [http://www.recmusic.org/lieder/ recmusic.org - umfangreiche internationale Liedtextsammlung]
Kategorie:Gattungen und Formen (Musik)
-
Kategorie:Wortexport
ja:歌
Thema (Musik)Ein Thema ist ein charakteristischer, in sich geschlossener oder offener musikalischer Gedanke, der sich aus Motiven und ihrer Weiterspinnung ergibt und in einem Stück, Satz oder Satzteil weiterverarbeitet und abgewandelt werden kann.
Nicht jeder Musik liegen Themen zugrunde. Diese musikalische Einheit spielt in der europäischen Musik seit der Renaissance, besonders aber seit dem Barock und der Klassik eine wichtige Rolle für Kompositionen. In der mündlich überlieferten Volksmusik dagegen spricht man nicht von Themen, wohl aber von charakteristischen Lied-, Tanz- und Melodieformen.
Der Begriff des "Themas" tritt vor allem in der strengen Form der Fuge hervor, die für die Barockmusik typisch ist: Die Fuge beginnt immer mit einer Einzelstimme, die das Thema vorstellt. Die Eingangsmelodie der noch unbegleiteten Hauptstimme ist also mit dem Thema identisch. Weitere Stimmen treten dann hinzu, die das Thema aufnehmen, auf anderen Tonstufen wiederholen und sich mit den übrigen Stimmen zu einem kunstvollen Geflecht verbinden. Das Thema bildet nicht das einzige, aber das wesentliche Material, das kompositorisch weiter verarbeitet wird und den Verlauf des Werkes bestimmt. Dabei kann es gemäß den Regeln des Kontrapunkts auf vielfältige Weise abgewandelt werden.
In der Klassik erhielt das Thema die zentrale Stelle in der Exposition der Sonatenhauptsatzform. Dort erscheint es als begleitete, meist streng symmetrisch gegliederte Melodie. Dieser steht ein weiteres Kontrastthema zur Seite. Aus den Motiven und Figuren beider Themen entwickelt der Komponist dann den Mittelteil eines Sonatenhauptsatzes, die "Durchführung", bevor die "Reprise" die Ausgangsthematik wiederholt und das Stück abschließt.
In der Romantik wurde das Thema als selbständige melodisch-harmonisch-rhythmische Idee weniger streng gehandhabt, so dass es seine klar abgrenzbare Kontur verlor. Bei Schumann spielte zum Beispiel das Ideal der "unendlichen", immer fortgehenden Melodie eine wichtige Rolle.
Kategorie:Klassische Musik
Motiv (Musik)In der musikalischen Formenlehre bezeichnet der Begriff Motiv (v. lat.: movere = bewegen; spätlat.: motivus = beweglich) die kleinste, meist melodische Sinneinheit. Sie ist ein typisches, herausgehobenes und einprägsames Gebilde, das als charakteristische Tonfolge für eine Komposition oder einen ihrer Formteile von Bedeutung ist und auch vom Hörer so wahrgenommen werden kann.
Ein Motiv kann bereits aus nur zwei Tönen bestehen, zum Beispiel als aufsteigende Quarte (Jagdmotiv) oder als absteigende kleine Terz (Kuckucksmotiv). Die Abgrenzung des Motivs ist meist durch Phrasierungseinschnitte, Pausen und andere Zäsuren hörbar gemacht.
Ein Motiv hat die Kraft zur Verselbstständigung: Es kann im weiteren Verlauf der Komposition wiederholt, auf andere Tonstufen versetzt, verändert oder mit anderen Motiven verbunden werden. Darum ist das Motiv im Unterschied zu einer Begleitfigur oder Verzierung als melodische Keimzelle einer musikalischen Entwicklung in einem Werk anzusehen.
In der Klassik wird das Motiv durch seine vielfältige Verarbeitung zentraler Bestandteil der Komposition. Haydn entwickelte diese Kompositionsweise entscheidend weiter und wurde damit zu einem Begründer der "klassischen" Musik. Ludwig van Beethoven setzte die Verwandlung und Kombination von Motiven als elementares formbildendes Element ein. Fast alle auf ihn folgenden Komponisten wie Schubert, Brahms, Tschaikowski, Bruckner und Mahler setzen diese Tradition fort. Auch in der Dodekaphonie spielt die motivisch-thematische Arbeit eine zentrale Rolle.
Abgrenzung des Begriffs
In der Musikwissenschaft dient der Begriff des Motivs der Einzelanalyse von musikalischen Werken oder Arbeitsweisen einzelner Komponisten. Die genaue Abgrenzung eines Motivs von anderen musikalischen Einheiten — Figur, Phrase, Periode (Satz) und Thema — ist jedoch für den Hörer eines Werks oft schwierig und auch in der Musiktheorie nicht eindeutig definiert.
Ein Motiv ist als prägnantes melodisches Element meist deutlich hörbar von anderen Tonfolgen einer Komposition unterscheidbar. Übergänge, Begleitungen, Verzierungen und stilabhängige Floskeln haben eine geringere individuelle Gestalt und sind daher weniger charakteristisch. Sie haben oft eine rein satztechnische Funktion, das heißt: Sie verdeutlichen die Harmonie auf melodische Weise, oft als Akkordbrechung, oder als Begleitung einer übergeordneten Melodie. Sie können daher eher in den Begriff der Figur eingeordnet werden. Typisches Beispiel sind die so genannten „Albertibässe“: gebrochene Dreiklänge, die etwa in Klaviersonaten von Mozart häufig auftauchen. Solche Figuren bilden kein unabhängiges, zur Melodie gleichrangiges Kompositionsmaterial. Sie werden daher bei der musikalischen Betrachtung eines Stückes als weniger wesentlich erachtet.
Die nächst größere melodische Sinneinheit nach dem Motiv ist die Phrase. Diese ist meist durch Pausen abgegrenzt, die einem Sänger Gelegenheit zum Atemholen geben. Sie besteht aus mehreren, oft aus zwei melodisch miteinander kombinierten Motiven. Ist das Einzelmotiv selbst länger, kann es mit einer Phrase zusammenfallen.
Phrasen wiederum verbinden sich zu so genannten Perioden (Satz): musikalischen „Sätzen“, die sich ihrerseits zu einem „Thema“ verbinden und dieses formal in — in der Klassik meist symmetrische — Takteinheiten gliedern, während ein Einzelmotiv nicht mit einer Takt-Dauer kongruent sein muss.
Ein Thema bezeichnet eine größere musikalische Sinneinheit, die aus mehreren Motiven, Phrasen und Perioden besteht. Das Thema wird oft zu Beginn eines Stückes (in einem Stückzyklus: eines „Satzes“) vorgestellt und bildet dann so etwas wie die wichtigste „Aussage“ eines Stückes, auf die sich weitere Formteile beziehen. Daher verhalten sich Motiv, Phrase, Periode und Thema ungefähr so zueinander wie „Wort“, „Teilsatz“, „Satz“ und „Strophe“ in der gebundenen Sprache eines Gedichts. Das Thema ist also der umfassendere Begriff, der aber seinen Gehalt von den Motiven und Perioden bezieht.
Motiv-Thema-Periode -> Beethoven op.10 Nr.1 Bild:Audiobutton.png [http://kola.cc.columbia.edu:8080/ramgen/music/humanities/cd5027/cd2/track01.rm Hörbeispiel]
Die musikalische Analyse zerlegt Motive manchmal nochmals in Teilmotive und widerspricht damit eigentlich ihrer Definition als „kleinste musikalische Sinneinheit“. Für einen imaginären Motivkern, auf den sich die Motive eines Werkes zurückführen lassen, haben Heinrich Schenker und Wolfgang Engelsmann die umstrittenen Begriffe Urlinie und Urmotiv eingeführt. Der Begriff Motivgruppe bezeichnet eine Ansammlung von ähnlichen, oder von einander abgeleiteten Motiven. Bei der musikalischen Analyse werden zur Kennzeichnung einer Motivhierarchie häufig, in nicht immer durchgängiger Art, alphanumerische Zeichen verwendet (zum Beispiel: A, B, A1, A`, A2, B2, Aa1, Bb2, usw.).
Erscheinungsformen des Motivs
Man kann zwischen primär melodisch, rhythmisch und harmonisch geprägten Motiven unterscheiden. Natürlich können die drei Komponenten auch gleichwertig sein, wie etwa in dem obigen Notenbeispiel von Beethoven op. 10 Nr.1 oder in der Sonate "Pathetique" op. 13, Takt 1-2.
Primär rhythmisch geprägt sind zum Beispiel die Anfangstakte der 5.Sinfonie von Beethoven oder das rhythmische Motiv des Todes in Schuberts Lied "Der Tod und das Mädchen". Hier je ein Beispiel für melodische und harmonische Motive:
Melodische Motiv
Harmonisches Motiv
Außerdem unterscheidet die Musiktheorie so genannte Fortspinnungsmotive von Entwicklungsmotiven. Beide beruhen auf der linearen Melodik. In der Barockmusik ist das Fortspinnungsmotiv verbreitet, das selten Schwerpunkte bildet und die Symmetrie scheut. Auf den Anfangsimpuls der ersten Figur wird die Melodielinie meist ohne größere Unterbrechungen weitergeführt, bis ein neues Motiv auftaucht. Aufgrund der fortwährenden Aneinanderreihung und Verknüpfung der melodischen Linien ist es oft sehr schwer, die Einzelmotive voneinander abzugrenzen. Daraus folgt ihre Tendenz zur Selbstauflösung in Figuren oder Zweitstimmen, die sie für motivisch-thematische Arbeit eher ungeeignet macht. Das Kompositionsprinzip des Barock ist eher auf den "Kontrapunkt" und die Polyphonie (gleichwertige Mehrstimmigkeit) ausgerichtet, so dass Melodie und Harmonie einander gegenseitig durchdringen.
Fortspinnungsmotiv Bild:Audiobutton.png Hörbeispiel
Das Entwicklungsmotiv dagegen herrscht in der homofon orientierten Musik der Klassik und Romantik. Es grenzt sich klar ab, tendiert zu gleich bleibenden metrischen Schwerpunkten und zur Symmetrie. Es bleibt in seiner Substanz erhalten und ist daher besser zur Verarbeitung geeignet (Beispiel: Der zweite Satz der Sinfonie mit dem Paukenschlag von Joseph Haydn).
In der Musikgeschichte wurde oft versucht, Motive nach ihrem emotionalen Gehalt, ihrem Bewegungsverhalten oder ihrer Intervallstruktur zu benennen und auf einen bestimmten Ausdrucksgehalt festzulegen. Dies galt besonders für die barocke Figurenlehre und Affektenlehre, die über hundert sich an die Rhetorik anlehnende Figurennamen kannte. Ferner wurden in der Programm-Musik des 19. Jahrhunderts das Leitmotiv mit einer außerhalb der Musik liegenden Bedeutungsebene (Gefühl, Person) als "idee fixe" kombiniert (Richard Wagner, Hector Berlioz).
Das Volkslied war natürlich in allen Epochen der Musik vom Motiv geprägt. Hier seien nur einige besonders häufig anzutreffende Motiv-Namen genannt:
Seufzermotiv (lateinisch = Suspiratio) für steigende oder fallende, meist vorhaltsartige Sekundmotive,
Seufzermotiv Bild:Audiobutton.png Hörbeispiel
Kuckucksmotiv (absteigende kleine Terz),
Klopf-/Repititionsmotiv ("Regentropfen-Prelude" von Frederic Chopin),
Tonleitermotiv für auf- oder absteigende diatonische oder chromatische Tonleitern bzw. Tonleiterausschnitte,
Dreiklangsmotiv,
Wölbungsmotiv für eine bogenförmig bzw. sinusförmig verlaufende Tonfolge,
Wölbungsmotiv
Sprungmotiv für einen größeren Intervallsprung nach oben oder unten,
Intervalldehnungsmotiv (z.B. F`-F``-F`-G``-F`-A``...) für eine den Abstand zum Ausgangston vergrößernde Tonfolge, die Sprung und Tonleiter verbindet,
Quintmotiv, Quartmotiv usw., also Motive, die nach dem jeweils vorherrschenden Intervallsprung benannt sind: als "Quintfall", wenn das Intervall absteigt, als "Quartsprung", wenn es aufsteigt (zum Beispiel in dem Volkslied "Im Märzen der Bauer").
Verarbeitungsmöglichkeiten des Motivs
Die Verarbeitungsmöglichkeiten des Motivs sind: Wiederholung, Variation und Kontrast, wobei diese auch miteinander kombiniert werden können.
Bei der Wiederholung sind zu unterscheiden:
1. die notengetreue Wiederholung direkt nach dem ersten Auftreten oder im weiteren Verlauf des Werkes.
2. die mehrmalige Wiederholung des Motivs.
3. die mehrmalige Wiederholung des Motivs auf anderen Tonstufen (Sequenz).
4. die Wiederholung des Motivs in einer anderen Stimme (Imitation).
Die Variation beruht auf der Wiederholung des melodisch, rhythmisch oder harmonisch veränderten Motivs.
Melodische Veränderungsmöglichkeiten des Motivs sind:
1. die Verkleinerung oder Vergrößerung einiger oder aller Intervalle.
2. die Richtungsumkehrung der Intervalle (Inversion).
3. das Rückwärtsspielen des gesamten Motivs (Krebs).
Rhythmische Veränderungsmöglichkeiten des Motivs sind:
1. die Vergrößerung (Augmentation) und Verkleinerung (Diminution) des gesamten Motivs.
2. die Verlängerung und Verkürzung einzelner Töne.
Harmonische Variationen sind Wiederholungen des Motivs in verändertem harmonischen Kontext.
Die mannigfaltigen Möglichkeiten dieser Technik zeigen einige Beispiele aus Joseph Haydns Streichquartett in d-Moll, opus 76, 1. Satz:
Verarbeitung des Motivs Bild:Audiobutton.png Hörbeispiel Zeile 1 und 2
Bild:Audiobutton.png Hörbeispiel Zeile 3
rhythmische Vergrößerung Bild:Audiobutton.png Hörbeispiel
Die Gegenüberstellung des Motivs (Kontrast) mit einem anderen, sehr gegensätzlichen Motiv, kann dem Ursprungsmotiv neue Impulse verschaffen und Spannung schaffen. Hierbei verschmelzen die Motive im Zuge der motivisch-thematischen Arbeit oft miteinander, woraus häufig neue Motive entstehen.
Die erwähnten Verfahren wurden in der Zeitspanne von Joseph Haydn bis Gustav Mahler in der Sonatenhauptsatzform vor allem in den Gattungen der Sonate, Sinfonie sowie dem Streichquartett (siehe Beispiel) angewandt.
In der Musik des Mittelalters wurde die motivische Arbeit auch schon verwendet, war aber nicht immer zentral. Einerseits war es teilweise die Absicht der vom Prinzip der Varietas (lateinisch: Buntheit, Verschiedenartigkeit) geprägten Musik, Wiederholungen und Symmetriebildungen im rhythmischen und melodischen Bereich zu vermeiden (Guillaume Dufay). Andererseits finden sich im Chanson, zum Beispiel bei Giles Binchois, wieder motivisch recht klar gegliederte Themen.
Ein Meister der motivisch-thematischen Arbeit war Ludwig van Beethoven, der aus kleinen, unscheinbaren Motiven dramatisch-dialektische Sätze oder sogar ganze Werke formte. Franz Schuberts eher lyrisch-modulatorischer Ansatz scheut dagegen Motivzerlegung und motivisch-thematische Arbeit. Er verwendet eher variationsartige Umspielungen und wechselnde harmonische Ausdeutungen des Themas.
In der Musik der Romantik werden die Töne des Themas oft wechselweise auf die Ober-, Unter- und Mittelstimmen verteilt, so dass weder die Begriffe Homophonie noch Polyphonie diese Schreibweise erfassen. Robert Schumann spricht hier von der inneren Stimme (Humoreske op. 20), einer Art imaginären Melodie. Rhythmische Verschiebungen und harmonische Doppeldeutigkeiten erzeugen zusätzlich ein Moment der "romantischen Verschleierung und Verzauberung".
Innere Stimme in der Musik der Romantik
In der Spätromantik lässt Anton Bruckner das Motiv sich langsam aus einem "rudimentären Motivkern" entwickeln. Seine wesentlichen Intervalle werden am Anfang präsentiert (3. Sinfonie). Diese Vorgehensweise wandte Beethoven schon in seiner 9. Sinfonie an.
Motiventwicklung bei Beethoven Bild:Audiobutton.png [http://mfile.akamai.com/3171/rm/muze.download.akamai.com/2890/us/usrm/490/24490_5_01.ram?obj=v20205&urlid=1ac88d2638fd639e3232 Hörbeispiel]
Die Anzahl der Motive und Motivabwandlungen hat - ebenso wie die Größe und Instrumentierung des Orchesters - beträchtlich zugenommen, und die Grenze zwischen Exposition und Durchführung beginnt zu verschwimmen.
Im Impressionismus treten Motiv und motivisch-thematische Arbeit zu Gunsten der Harmonik und ausgefeilten Instrumentierung zum Teil zurück.
In der Musik des 20. Jahrhunderts sind beide Tendenzen vorhanden. Die auch sonst formbewussten Paul Hindemith und Igor Strawinsky verfolgen die motivisch-thematische Arbeit weiter, und auch die Zwölftontechnik gibt dieser Raum. Sie ist dort umso wichtiger, weil der klassische Bezug der Motive zur tonalen Harmonik als Kompositionsprinzip zugunsten der horizontalen 12-Ton-Reihe aufgegeben wurde.
Andere Komponisten wie Olivier Messiaen und Steve Reich gehen dem Motiv dagegen bewusst aus dem Weg.
Auf Musik, die rein auf Klang- oder Geräuschstrukturen aufbaut (Cluster, Minimal Music, Klangflächen, Mikropolyphonie, Aleatorik, Musique concrète), lässt sich die herkömmliche Motivanalyse kaum anwenden: es sei denn, man erweitert den Begriff des Motivs auf rein rhythmische, klangliche oder sonstige Strukturen. Ein Baustein könnte dann der Klang 'A' sein, welcher immer eine bestimmte Länge hat und mit einer genau festgelegten Dynamik gespielt wird, wenn er auftritt. Dabei verzichtet diese so genannte punktuelle Musik auf die traditionelle motivisch-thematische Arbeit und propagiert die "Gleichberechtigung aller Elemente der Komposition" (Karlheinz Stockhausen).
Historische Entwicklung des Begriffs
Von Angelo Berardi aus dem 17. Jahrhundert stammt der Begriff motivo di cadenza für einen Impuls der Grundstimmen zur Schlussbildung. Berardi verwandte denselben Ausdruck auch für ein Melodiefragment zur kontrapunktischen Gestaltung. Jean Jacques Rousseau verstand unter dem Begriff motif die ursprüngliche und hauptsächliche kompositorische Idee eines Stückes.
Die ersten Ansätze einer musikalischen Motivlehre liegen im 18. Jahrhundert, als Johann Mattheson und andere begannen, die Melodie in einzelne Satzglieder zu zerlegen. Der Begriff des Motivs war in der deutschen Musikwissenschaft noch nicht üblich, obwohl man den Hauptgedanken einer Arie motivo zu nennen pflegte. Die Begriffe Motiv, Thema und Soggetto wurden synonym verwendet.
Mit Adolf Bernhard Marx (1837) fand der Begriff zu Beginn des 19. Jahrhunderts Eingang in die Musikwissenschaft. Marx sah das Motiv als "...Keim und Trieb... eine der musikalischen Gestaltung dienenden Formel von zwei oder mehr Tönen, aus dem die größere Tonreihe erwächst.", wobei er schon zwischen Motiv und Thema unterschied. Hugo Riemann (1882) sah das Motiv als stets auftaktige Urzelle, was nicht unumstritten blieb. Die Bezeichnung thematische Arbeit beginnt sich ab dem 19. Jahrhundert durch Heinrich Christoph Koch (1802) und Johann Christian Lobe (1844) durchzusetzen.
Mit dem Begriff thematische Arbeit wird ein qualitatives Element höchster Kompositionskunst verknüpft. Zugleich hebt man die so benannte Technik als zentrales Gestaltungsprinzip klassischer Musik vom älteren kontrapunktischen Verfahren ab. Als Folgeerscheinung der Differenzierung zwischen Thema und Motiv, kommt auch der Begriff motivische Arbeit auf. Hieraus erwächst der etwas indifferente Ausdruck motivisch-thematische Arbeit
Literatur
- Heinrich Lemacher, Hermann Schroeder: Formenlehre der Musik, Hans Gerig Verlag, Wien 1962, ISBN 3872520091
- Clemens Kühn: Formenlehre der Musik, Bärenreiter-Verlag, Kassel 1987, ISBN 3-7618-4460-3
- Erwin Ratz: Einführung in die musikalische Formenlehre; Über Formprinzipien in den Inventionen und Fugen J. S. Bachs und ihre - Bedeutung für die Kompositionstechnik Beethovens, Universal Edition, Wien 1973, ISBN 370240015X
- Günter Altmann: Musikalische Formenlehre, K. G. Sauer Verlag München 1989 (Lizenzausgabe aus der DDR), ISBN 3-598-10873-7
- Kurt von Fischer: Die Beziehungen von Form und Motiv in Beethovens Instrumentalwerken, Georg Olms Verlag, Hildesheim 1972, ISBN 3-487-04294-0
- Ludwig Finscher: Joseph Haydn und seine Zeit, Laaber Verlag, Regensburg 2000, ISBN 3921518946
Siehe auch
- Formenlehre (Musik), Thema, Phrase, Periode(Satz) , Satz, Figur
- Liedform, Sonate, Sonatenhauptsatzform, Sinfonie, Soggetto, Leitmotiv
Weblinks
- [http://www.tonalemusik.de/pdf/motiv.pdf Zu Motiv, Umkehrung, Imitation, usw.]
- [http://www.sim.spk-berlin.de/pdf/hmt/HMT_SIM_Motivo-motif-Motiv.pdf Zur historischen Entwicklung des Begriffs]
- [http://www.uni-hildesheim.de/FB/FB2/INST/MUSIK/veranstaltungen/archiv/M%F6glichkeiten%20und%20Grenzen%20der%20Sinn%FCbermittlung%20von%20Musik.pdf Zur Affektenlehre, der Sinnübermittlung durch Tonfolgen, kommunikativen Codes und musikalischen Signalen]
- [http://www.uni-tuebingen.de/hwrh/Motiv.htm Das Motiv in Musik und bildender Kunst]
- [http://www.tonalemusik.de/lexikon/melodik.htm#Motiv Das Motiv als Reflexionsbestimmung]
- [http://www.mvkuenten.ch/Inhalte/Musiktheorie/Analsyse_Einleitung.html Seite zu Motiv, Periode, Vor- und Nachsatz, mit guten Notenbeispielen und Hörbeispielen]
- [http://www.musipedia.org Suchmaschine für Musikmotive]
Kategorie: Musiktheorie
Thema (Musik)Ein Thema ist ein charakteristischer, in sich geschlossener oder offener musikalischer Gedanke, der sich aus Motiven und ihrer Weiterspinnung ergibt und in einem Stück, Satz oder Satzteil weiterverarbeitet und abgewandelt werden kann.
Nicht jeder Musik liegen Themen zugrunde. Diese musikalische Einheit spielt in der europäischen Musik seit der Renaissance, besonders aber seit dem Barock und der Klassik eine wichtige Rolle für Kompositionen. In der mündlich überlieferten Volksmusik dagegen spricht man nicht von Themen, wohl aber von charakteristischen Lied-, Tanz- und Melodieformen.
Der Begriff des "Themas" tritt vor allem in der strengen Form der Fuge hervor, die für die Barockmusik typisch ist: Die Fuge beginnt immer mit einer Einzelstimme, die das Thema vorstellt. Die Eingangsmelodie der noch unbegleiteten Hauptstimme ist also mit dem Thema identisch. Weitere Stimmen treten dann hinzu, die das Thema aufnehmen, auf anderen Tonstufen wiederholen und sich mit den übrigen Stimmen zu einem kunstvollen Geflecht verbinden. Das Thema bildet nicht das einzige, aber das wesentliche Material, das kompositorisch weiter verarbeitet wird und den Verlauf des Werkes bestimmt. Dabei kann es gemäß den Regeln des Kontrapunkts auf vielfältige Weise abgewandelt werden.
In der Klassik erhielt das Thema die zentrale Stelle in der Exposition der Sonatenhauptsatzform. Dort erscheint es als begleitete, meist streng symmetrisch gegliederte Melodie. Dieser steht ein weiteres Kontrastthema zur Seite. Aus den Motiven und Figuren beider Themen entwickelt der Komponist dann den Mittelteil eines Sonatenhauptsatzes, die "Durchführung", bevor die "Reprise" die Ausgangsthematik wiederholt und das Stück abschließt.
In der Romantik wurde das Thema als selbständige melodisch-harmonisch-rhythmische Idee weniger streng gehandhabt, so dass es seine klar abgrenzbare Kontur verlor. Bei Schumann spielte zum Beispiel das Ideal der "unendlichen", immer fortgehenden Melodie eine wichtige Rolle.
Kategorie:Klassische Musik
HarmonikHarmonik (lat.-gr. harmonia, Zusammenfügung, Einklang) - umfassender Begriff der Musiktheorie und -praxis für jenen Wesensteil der mehrstimmigen Musik, der den Zusammenklang, also die vertikale Komponente und damit die Gleichzeitigkeit verschiedener Stimmen kennzeichnet.
Harmonik ist einer der Parameter der Musik und umfasst alle stilistischen Formen des Zusammenklangs von Musik schlechthin, beginnend bei der frühen Mehrstimmigkeit des europäischen Mittelalters bis hin zu Klangstrukturen der Avantgarde.
Wie die Mehrstimmigkeit ist die Harmonik eine europäische Entwicklung.
Unter Harmonielehre wird dagegen die systematische Erfassung der Akkordgestalten und des tonalen Klangraumes verstanden, verbunden mit methodischen Anleitungen zur fehlerfreien Handhabung der Klangverbindungen im Sinne der traditionellen Vorgaben der Musik innerhalb der dur-moll-tonalen Epoche (ca. 1600 bis in die Gegenwart).
Der Begriff "Harmonielehre" stützt sich auf Jean-Philippe Rameaus (1683-1764) Traité de l'Harmonie (1722), ein Traktat, welches noch während der Zeit des Generalbasses die Erkenntnisse der Fundamentalbasstheorie zu einer mehr analytisch ausgerichteten Theorie nutzt.
Die von Jacob Gottfried Weber (1779-1839) entwickelte und später von Simon Sechter (1788-1867) und Arnold Schönberg (1874-1951) ausgebaute Stufentheorie (Harmonik) wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch die von Hugo Riemann (1849-1919) begründete Funktionstheorie ergänzt. Beide Systeme haben sich bis in die heutige Zeit mit Modifikationen und Erweiterungen erhalten.
Mit Harmonielehre wird allerdings nur ein Teilaspekt der Musikgeschichte - nämlich die Harmonik - unter satztechnischen und analytischen Gesichtspunkten erfasst. Harmonielehre bedeutet vor allem, aus einer pädagogischen Absicht heraus eine Handwerkslehre zu vermitteln, die zu gewissen Abstraktionen und Vereinfachungen führen muss, da eine stilistische Entwicklung von über 300 Jahren zu berücksichtigen ist. Dennoch kommt Harmonielehre noch heute eine zentrale Bedeutung zu, da sie Einblick in stilistische - und damit interpretatorische - Grundfragen der Musik zwischen 1600 und 1900 gibt. Darüber hinaus sind Grundkenntnisse von Harmonielehre auch für das Verständnis der sog. Populärmusik oder des Jazz unabdingbar.
Siehe auch: Funktionstheorie, Kontrapunkt, Quintenzirkel, Zwölftonmusik, Stufentheorie (Harmonik).
Weblinks
- [http://www.matthies-koehn.de/harmonielehre/ Einführung in die funktionale Harmonielehre von Christian Köhn]
- [http://ultrachord.ultrafex.de/ Elektronische Quintenzirkel]
Kategorie:Musiktheorie
ja:和声
ko:화성학
SprachwissenschaftSprachwissenschaft ist ein Sammelbegriff für alle Wissenschaften die in irgendeiner Form Sprache untersuchen. Sie ist ein Teilgebiet der Semiotik. Die Bezeichnung Linguistik wird vielfach synonym verwendet, im strengen Sinne ist Linguistik jedoch die Allgemeine Linguistik, und nur ein Teilgebiet der Sprachwissenschaft.
Teilgebiete
- Allgemeine Linguistik, die Untersuchung von Sprache als abstraktes System
- Graphemik, die wissenschaftliche Untersuchung von Schrift als Sprachsystem
- Lexikologie, die Lehre von den Strukturierungen im Wortschatz
- Dialektologie, die Lehre von Dialekten
- Philologie, die sprach-, literatur- und kulturwissenschaftliche Untersuchung einzelner Sprachen
- Interlinguistik, die Untersuchung der internationalen Kommunikation, Sprachpolitik und den Plansprachen
- Paläolinguistik, die Untersuchung der Entstehung menschlicher Sprache
- Sprachphilosophie, die philosophische Betrachtung von Sprache und ihrer Verwendung
- Vergleichende Sprachwissenschaft, die vergleichende Untersuchung von Sprachen
- Kontrastive Linguistik, die synchron-vergleichende Untersuchung von Sprachen
- Historische Linguistik, die diachron-vergleichende Untersuchung von Sprachen
- Korpuslinguistik
Verwandte Wissenschaften
- Medienwissenschaft
- Kommunikationswissenschaft
- Ivar Aasen, begründete die neunorwegische Schriftsprache Landsmål (heute Nynorsk)
- Karl Bühler
- August Ferdinand Bernhardi
- Jacob Grimm & Wilhelm Grimm sind die Begründer der Deutschen Philologie
- Gustave Guillaume
- Wilhelm von Humboldt hat die Vergleichende Sprachwissenschaft begründet
- Antoine Meillet beschäftigte sich mit den indoeuropäischen Sprachen
- Ferdinand de Saussure gilt als Begründer des Strukturalismus und prägte den zweiseitigen Zeichenbegriff
- August Schleicher gilt als Begründer der Stammbaumtheorie in der vergleichenden Sprachforschung
- Johannes Schmidt gilt als Begründer der Wellentheorie
Weiterführende Angaben
Siehe auch
Portal:Sprache, Kommunikationswissenschaft, Relator, Sprachphilosophie, Konkomitanz
Weblinks
- [http://www.uni-duisburg-essen.de/germanistik/ E-Learning und Germanistik] (Webangebot der Germanistik der Universität Duisburg-Essen mit zahlreichen E-Learning-Kursen. Hier ist u.a. auch das Webangebot von Linse (Linguistik Server Essen) angesiedelt.)
- [http://www.wissenschaft-online.de/abo/ticker/771860 Es werde Wort – und zwar schnell!] Ein Bericht über die „rasante Entwicklung von Sprache"
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/249202.html Mathe ist sprachlos – Zum Erfassen mathematischer Prinzipien ist Sprache nicht notwendig.] Bericht in www.wissenschaft.de über eine Publikation im PNAS
Literatur
- Hadumod Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft. Kröner, Stuttgart, ISBN 3-520-45202-2.
- Csaba Földes: Interkulturelle Linguistik. Vorüberlegungen zu Konzepten, Problemen und Desiderata. Veszprém: Universitätsverlag/Wien: Ed. Praesens 2003 (Studia Germanica Universitatis Vesprimiensis, Supplement; 1). ISBN 3-7069-0230-3 und ISBN 963-9495-20-4.
- Ludger Hoffmann: Sprachwissenschaft: Ein Reader. de Gruyter, 2000. ISBN 3-11-016896-0.
- George Yule: The study of language. Cambridge University Press, 1996. ISBN 0-521-56851-X.
- Peter Koch: Wozu Linguistik? In: Florian Keisinger u. a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte, Frankfurt a. M./New York 2003
Kategorie:Semiotik
Kategorie:Sprache
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fiu-vro:Keeletiidüs
ja:言語学
ko:언어학
th:ภาษาศาสตร์
zh-min-nan:Gí-giân-ha̍k
ModulationModulation bedeutet Veränderung. Der Begriff wird in verschiedenen Bereichen mit unterschiedlicher Bedeutung verwendet:
- in der Musik eine Überleitung zu einer anderen Tonart, siehe Modulation (Musik)
- in der elektronischen Musik ein Effektgerät
- in der darstellenden Kunst die Verzahnung aller Bildebenen innerhalb und außerhalb eines Bildes mit künstlerischen und inhaltlichen Mitteln, siehe Modulative Verzahnung
- in der Technik das Verändern eines Trägersignals durch ein zu übertragendes Signal, siehe Modulation (Technik)
- in der Medizin die Beeinflussung des Immunsystems durch Medikamente, siehe Immunmodulation
- in der politischen Debatte in Deutschland, im Rahmen der Agrarreform, das Kürzen von Ausgleichszahlungen an Landwirte, um die frei werdenden Gelder in Umweltprogramme zu investieren, siehe Modulation (Agrarpolitik)
- in der Linguistik die grammatischen Möglichkeiten von Betonung und Intonation, siehe Modulation (Linguistik)
Satz (Grammatik)Ein Satz ist eine (in sich geschlossene) Folge zusammengehörender Wörter, die eine Aussage, eine Frage oder eine Aufforderung zum Ausdruck bringen. Ausnahmsweise kann ein Satz auch aus nur einem Wort bestehen (siehe auch Satzbauplan). Der Satz ist ein grammatikalisches Konstrukt, das aus verschiedenen Satzgliedern besteht. Ein Satz besteht (mindestens) aus einem Hauptsatz und kann auch Gliedsätze bzw. Nebensätze enthalten. Zur Kennzeichnung wird im Deutschen der Satzanfang großgeschrieben und der Satz endet mit einem Satzendezeichen. Solche sind Punkt, Ausrufezeichen, Fragezeichen und gegebenenfalls Auslassungszeichen (…). Im Inneren von zusammengesetzten Sätzen gibt es als Trennzeichen auch Komma, Semikolon und den Gedankenstrich.
Beim Reden wird ein Satz von einem vorhergehenden durch eine kurze Pause getrennt. Die Satzmelodie hängt von der Art des Satzes (Aussage, Frage, Aufforderung) ab. Ein Satz ist (meist) als Einheit zu erkennen. Die Zuordnung von Sätzen und ihrer Bedeutung ist aber nicht immer eindeutig.
Es existieren annhähernd 200 Definitionen von Satz, die jedoch bislang keine abschließende Zustimmung gefunden haben. Gelegentlich wird alternativ der aus anderen Sprachen bekannte Begriff der Proposition vorgeschlagen.
Zusammengesetzte Sätze
Man kann mehrere Sätze miteinander verbinden und unterscheidet demgemäß zwischen einfachen und zusammengesetzten Sätzen. Die Sätze, aus denen ein zusammengesetzter Satz besteht, nennt man Teilsätze. Sie sind in der Regel durch Kommata getrennt. Die Teilsätze lassen sich unterscheiden in Hauptsätze (HS) und Nebensätze (NS). Der Nebensatz ist der Satz, der einem anderen Teilsatz inhaltlich untergeordnet ist. Das ist dann der Fall, wenn er die Aussagen des anderen Teilsatzes näher bestimmt. Der Teilsatz, der keinen anderen Teilsatz näher beschreibt, ist ein Hauptsatz. Der Nebensatz ist formal in der Regel auch an der Stellung der gebeugten (finiten) Verbform erkennbar. Wenn in einem Teilsatz mit Einleitewort (Relativpronomen, Fragewort, unterordnende Konjunktion) die finite Verbform am Ende steht, handelt es sich um einen Nebensatz.
Wenn die finite Verbform an zweiter Stelle steht, ist der Satz ein Aussagesatz. Die erste Stelle kann von einem Satzglied oder einem Nebensatz besetzt werden. Steht die finite Verbform an erster Stelle, ist der Satz ein Fragesatz ohne Fragewort oder ein Aufforderungssatz.
Unterschieden werden noch:
- Nominalsätze (NoS) und Verbalsätze (VeS)
- einfacher Satz und Gesamtsatz.
- Satzperiode
- Konsekutivsatz
- Konzessivsatz
- Finalsatz
- Adverbialsatz
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Ein Satz besteht aus: Satzaussage (Prädikat), Satzergänzung (Objekt) und Satzgegenstand (Subjekt).
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Siehe auch: Anakoluth (Satzabbruch), Satzgefüge, Satzglied, Satzklammer, Syntax (Satzlehre)
Kategorie:Grammatik
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Lloyd Piper (1923-1983) was an Australian cartoonist and art teacher, who drew Wolf for the Sunday Telegraph and later, Ginger Meggs.
References
- [http://nla.gov.au/nla.cat-vn2708306 Cartoons] - manuscript collection held by the National Library of Australia
Piper, Lloyd
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